Rückenwind für das Grundeinkommen

Das Ausmaß von Übergewicht, Kriminalität, Teenager-Schwangerschaften und einer Reihe von anderen sozialen Problemen sind zwei britischen Forschern zufolge maßgeblich von einer Größe abhängig: der Einkommensungleichheit. Das schreiben unter anderem aktuell die Taz und schon vor längerer Zeit der Guardian.

Richard Wilkinson und Kate Pickett, die Autoren von „Spirit Level“, einem Buch über ungleiche Einkommensverteilung. (Foto: Linda Nylind / Guardian)

Richard Wilkinson und Kate Pickett haben für ihr Buch „Spirit Level: Why Equality is better for Everyone“ ganz einfach statistische Daten von Weltbank, Weltgesundheitsorganisation, Vereinten Nationen und anderen anerkannten Organisationen ausgewertet. Die Verbindung zum Grundeinkommen stellen sie nicht her. Deshalb mache ich das.

Die Forscher waren selbst verblüfft darüber, dass niemand vor ihnen die starken Korellationen zwischen Einkommensungleichheit und der Lebenserwartung oder der Zahl psychisch Kranker entdeckt hat. In den Ländern mit der geringeren Einkommenskluft ist zum Beispiel das Vertrauen in die Mitmenschen viel höher als in ungleicheren Ländern. Einige der Ergebnisse können auf den Seiten des von Pickett gestarteten Equality Trust eingesehen werden.

Interessant ist vor allem, dass in Ländern mit weniger Einkommensungleichheit auch die reichen Menschen eine höhere Lebenserwartung haben und gesünder leben als Reiche in Ländern mit einer weiten Einkommenskluft.

Was hat das Ganze jetzt mit dem Grundeinkommen zu tun? Alles! Auch hinter dem Grundeinkommen steht die Idee, die Gesellschaft zu stärken – um allen ein gesundes, selbstbestimmtes und erfüllendes Leben zu ermöglichen. Das Grundeinkommen kann eine wichtige Rolle darin spielen, Einkommen so zu verteilen, dass die Ungleichheit reduziert wird. Es ist dabei ein sehr effektives Mittel, um gerade den unteren Rand der Einkommensverteilungskurve zu stärken. Auf der anderen Seite muss die Gegenfinanzierung vor allem von dem Teil der Gesellschaft getragen werden, der am meisten verdient.

Ich bin kein Freund von Einkommenssteuern, da sie Arbeit bestrafen. Wie wäre es also endlich mal mit der Tobin-Steuer, für die Attac ja ursprünglich mal gegründet wurde. Damit würde auch gleich noch das Problem der internationalen Finanzspekulationen eingedämmt. Außerdem wäre es doch auch kein Problem, große, durstige Autos überproportional zu besteuern. Die können sich nämlich auch nur Reiche leisten. Für weitere Vorschläge stehen die Kommentare zur Verfügung.

3 Antworten auf „Rückenwind für das Grundeinkommen“

  1. Dieser Absatz oben:

    „In den ungleicheren Ländern ist zum Beispiel das Vertrauen in die Mitmenschen viel höher als in gleicheren Ländern.“

    Scheint falsch zu sein, da genau gegenläufig zu der Aussage!

  2. Die tobin-tax kann in einem Bündel von Steuern, in dem auch Ressourcensteuern vorkommen sicherlich eine Rolle spielen aber man sollte gerade für das Grundeinkommen die Einkommenssteuer nicht als Strafe betrachten. Ich finde hier die Sichtweise von Philippe van Parijs sehr überzeugend – warum betrachten wir Arbeitsplätze, in einer Zeit in der Vollbeschäftigung eine Phrase ist, nicht als Privileg?

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